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Insgesamt acht Prozesstage angesetzt: Angeklagter aus Schwarmstedt wegen Beihilfe vor Landgericht in Verden

Überfall auf 70 Jahre alten Mann

Dem 35-Jährigen aus Schwarmstedt wird zudem ein Verstoß gegen das Waffengesetz vorgeworfen.Foto: pixabay
Dem 35-Jährigen aus Schwarmstedt wird zudem ein Verstoß gegen das Waffengesetz vorgeworfen.Foto: pixabay
VERDEN - 03. Februar 2021 - 18:00 UHR - VON REDAKTION

Vier Jahre nach dem Überfall auf einen 70 Jahre alten Mann in Visselhövede müssen sich ein 35 Jahre alter Angeklagter aus Schwarmstedt und ein 33-Jähriger aus Helmstedt als Anstifter der Tat vor dem Landgericht in Verden verantworten. Vorgeworfen wird ihnen besonders schwere räuberische Erpressung. Bislang verurteilt wurden wegen dieser Tat nur zwei weitere Männer aus Braunschweig und Helmstedt. Diese hatten das Opfer am 29. Januar 2017 überwältigt.

Laut Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Verden sollen die Täter im Haus des Visselhöveders Schwarzgeld in Höhe von 250.000 Euro vermutet haben. Um den Rentner dazu zu bringen, dass er das Versteck des Geldes offenbart, hatten die beiden bereits zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilten Männer am Haus des damals allein lebenden Rentners geklingelt und ihn direkt nach dem Öffnen überwältigt.

Einer der Täter “drängte ihn derart in die Wohnung, dass er zu Boden fiel”, verlas Staatsanwalt Martin Schanz. Sie fesselten den 70-Jährigen mit Kabelbindern und klebten ihm den Mund mit Klebeband zu, so der Vorwurf. Das Opfer “wurde zum Keller geführt, wo er das Versteck seines Geldes zeigen sollte”. Erbeutet haben sollen die Räuber lediglich eine Geldtasche mit 300 Euro.

Nachbarn hatten die Täter an der Haustür gesehen und die Polizei angerufen. Als diese vor Ort eintraf, flüchtete das Duo. Einer der Räuber wurde schnell festgenommen. Der andere soll sich über Nacht in einem Gartenhaus in Visselhövede versteckt und später von einem der jetzigen Angeklagten abgeholt worden sein. Unterwegs soll er die Geldtasche in einem Schacht versteckt haben.

In der Anklageschrift werden Treffen in Walsrode und eine vorherige Überprüfung des Tatorts in Visselhövede benannt sowie die Bereitstellung von Kabelbindern und Klebeband durch den 35 Jahre alten Angeklagten aus Schwarmstedt. Es gibt Informationen aus den Aussagen der im Sommer 2017 zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilten Männer und aus Telefonüberwachungen, die offenbar im Zuge anderer Ermittlungsverfahren angeordnet worden waren. Dem 35-Jährigen wird zudem ein Verstoß gegen das Waffengesetz vorgeworfen. Bei einer Durchsuchung am 30. Juni 2017 seien in seiner damaligen Walsroder Wohnung ein Schlagring und in seinem Porsche ein Schlagstock und ein Einhandmesser gefunden worden.

An diesem ersten von insgesamt acht geplanten Verhandlungstagen haben sich die Angeklagten nicht zu den Vorwürfen geäußert. Es wurden Verständigungsgespräche geführt, aber eine Verständigung kam nicht zustande. Der Staatsanwalt signalisierte jedoch, dass auch eine Verurteilung wegen Beihilfe in Betracht kommen könnte. “Es war ein alter Mann, der ganz erheblich unter dieser Tat gelitten hat”, betonte er. “Zwei Täter sind zu ganz erheblichen Strafen verurteilt worden.”

Diese nun vor Gericht stehenden Angeklagten hätten jedoch “das Geschehen nicht in ihren Händen gehalten”. Sie seien während der Tat nicht vor Ort gewesen. Käme man zu einem minderschweren Fall, könne die Strafe deutlich geringer ausfallen als die Mindeststrafe von fünf Jahren. Eines stellte er ganz unmissverständlich klar: “Ich will die ernsthafte Wahrheit wissen.” Der Prozess wird vor dem Landgericht fortgesetzt. (bru)

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