Ressorts» Land und Leute

/ressorts/land-und-leute/krankenwagen-statt-mehrzweckabteil_353_112022352-21-.html/ / 1

Erneut wird Rollstuhlfahrerin Heidrun Dombres die Erixx-Fahrt verwehrt: SoVD und Landrat sprechen mit Betroffenen und Verantwortlichenn

Krankenwagen statt Mehrzweckabteil?

Auch Landrat Manfred Ostermann (oben. links) kam zum Ortstermin: Er begrüßte die drei Rollifahrer aus Lindwedel, Hodenhagen und Soltau und sprach intensiv mit der jüngst erneut betroffenen Heidrun Dombres (Mitte) sowie mit den SoVD-Vertretern. - Unten: Im Mehrzweckwagen des Erixx sind Fahrten auch mit dem großen Rollstuhl machbar. Foto: Klaus Müller
Auch Landrat Manfred Ostermann (oben. links) kam zum Ortstermin: Er begrüßte die drei Rollifahrer aus Lindwedel, Hodenhagen und Soltau und sprach intensiv mit der jüngst erneut betroffenen Heidrun Dombres (Mitte) sowie mit den SoVD-Vertretern. - Unten: Im Mehrzweckwagen des Erixx sind Fahrten auch mit dem großen Rollstuhl machbar. Foto: Klaus Müller
SOLTAU - 07. Mai 2021 - 15:22 UHR - VON REDAKTION

Landrat Manfred Ostermann fand den Grund “unerträglich”, als er am Donnerstag, 6. Mai, zu einem Termin mit dem SoVD-Kreisverband und Vertretern des Unternehmens Erixx auf dem Soltauer Bahnhof zusammenkam. Dort hatten sich nämlich gleich vier Rollstuhlfahrer aus dem Heidekreis getroffen, um ihr großes Unbehagen über die Transportmöglichkeiten der Bahn für behinderte Menschen zu schildern und - auf Einladung der Bahn zu testen, ob doch eine Möglichkeit besteht, Menschen mit besonders großen Rollstühlen im Erixx mitfahren zu lassen. Das Fazit: Es geht, auch wenn es etwas länger dauert, war das Ergebnis eines 20-minütigen Ausprobierens.

Es war schon ein zwischenmenschlich heftiger Vorfall

“Wir sehen Möglichkeiten, die jetzigen Zustände zu verbessern,” sagte dann auch ein Erixx-Sprecher, wobei die Sicherheit für alle Fahrgäste oberste Priorität haben müsse. Man werde sich intern beraten und hoffe für alle auf ein zufriedenstellendes Ergebnis. Landrat Ostermann kündigte an, sich an das Niedersächsische Wirtschaftsministerium wenden zu wollen, um Maßnahmen zu barrierefreien Veränderungen in der Bahn zu unterstützen und gleichzeitig Kontakt mit dem Erixx-Vorstand aufzunehmen.

Es war schon ein zwischenmenschlich heftiger Vorfall, der den SoVD-Kreisvorstand mit Jürgen Hestermann und Frauensprecherin Annette Krämer an der Spitze veranlasste, sich in Soltau mit den Erixx-Vertretern zu treffen. Heidrun Dombres aus Lindwedel hatte den Sozialverband erneut alarmiert, nachdem sie schon einmal von Erixx “im Regen stehengelassen wurde”. Sie war nun erneut nach Hannover unterwegs gewesen und wollte wieder nach Hause fahren. Das ging aber nicht, weil eine Zugbegleiterin es ablehnte, die für sie “zu schwere Rampe” zum Mehrzweckabteil des Zuges zu transportieren. Sie habe vielmehr der Lindwedelerin gesagt, sie solle “doch einen Krankenwagen rufen”, damit sie nach Hause komme. Man ließ die Frau einfach stehen. Erst viel später kam sie dann doch zu Hause an.

“So geht es nicht”, war die erste Reaktion von Annette Krämer, selbst auf den Rollstuhl angewiesen. Der SoVD setzte sich mit daher deutlichen Worten mit Erixx in Verbindung - und Landrat Manfred Ostermann sagte seine tatkräftige Mithilfe zu.

Die Erixx-Vertreter nahmen die Anregungen des SoVD auf

So kam es dann zu dem Ortstermin in Soltau, an dem auch der “Rollifahrer” Thomas Kaiser aus Soltau sowie Burkhard Albert aus Hodenhagen teilnahmen. Beide hatten ähnliche Erlebnisse gehabt und berichteten davon.

Die Erixx-Vertreter nahmen die Anregungen des SoVD auf, hielten sie fotografisch fest und versprachen Besserung. Landrat Manfred Ostermann sagte, es sei wichtig, dass auch die Bahn mehr Inklusion anbiete. Und Annette Krämer unterstrich noch einmal, dass sie “nie wieder solche Anrufe von ihren Mitgliedern haben möchte”. Sie forderte Erixx auf, endlich einmal klare Verbesserungen für Menschen mit Behinderungen zu schaffen. “Wir werden Sie beim Wort nehmen.”

Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.
Diese Beitragsdiskussion wird moderiert. Die Redaktion behält sich das Recht vor, eingereichte Kommentare zu löschen, wenn diese gegen den Verhaltenscodex verstoßen. Ihr Kommentar sowie Ihr vollständiger Name werden in der Beitragsdiskussion veröffentlicht. Einzelne Kommentare können zur Veröffentlichung in der Walsroder Zeitung verwendet werden.