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Tanja, Maik, Birk und Mirja Jäger aus Eickeloh spannen den Bogen für den SV Essel / Corona-Training in der Scheune

“Bogenschießen der ideale Familien-Sport”

Sportliche Familie: Tanja, Mirja, Maik und Birk Jäger (v.l.) sind leidenschaftliche und sehr erfolgreiche Bogenschützen beim SV Essel. Zurzeit trainieren sie wegen der Corona-Beschränkungen in der eigenen Scheune in Eickeloh. Foto: privat
Sportliche Familie: Tanja, Mirja, Maik und Birk Jäger (v.l.) sind leidenschaftliche und sehr erfolgreiche Bogenschützen beim SV Essel. Zurzeit trainieren sie wegen der Corona-Beschränkungen in der eigenen Scheune in Eickeloh. Foto: privat
EICKELOH - 16. April 2020 - 15:24 UHR - VON HEIKO OETJEN

“Achtung, die Jägers kommen”, könnte man die Gedanken der sportlichen Konkurrenz auf den Punkt bringen, wenn das Auto mit HK-Kennzeichen bei einem Bogensport-Wettbewerb vorfährt. Denn wenn Tanja (45 Jahre alt), Maik (52), Birk (19) und Mirja Jäger (18) nach Abschluss der Turniere wieder gemeinsam nach Eickeloh zurückfahren, dann liegen im Familien-Pkw in der Regel zusätzlich noch vier Urkunden und ebenso viele Medaillen - meistens sogar goldene. Denn Familie Jäger teilt das gemeinsame Hobby Bogenschießen. Sie sind für den SV Essel aktiv. Nur gut für die Konkurrenz, dass die beiden jüngsten Sprösslinge der Jägers, Jen (15) und Matthis (zwölf), zwar auch schießen, aber lieber mit der Luftpistole.

“Bogenschießen der ideale Familien-Sport”, betont Maik Jäger, der als Polizeibeamter in Bad Fallingbostel arbeitet, “man kann ihn unabhängig von der körperlichen Konstitution ausüben und der Kontakt unter allen Sportlerinnen und Sportlern untereinander ist sowieso sehr familiär, freundlich und nett.” Wortspiele mit seinem Nachnamen oder seinem Beruf und dem Sportgerät hat Maik Jäger schon zuhauf gehört. “Nein!”, lacht er, “ich gehe weder auf Verbrecherjagd mit dem Bogen, noch sind wir mit dem Bogen auf der Pirsch.”

Nachdem Ehefrau Tanja und die beiden erstgeborenen Kinder Birk und Mirja 2013 den Weg zum SV Essel gefunden hatten und ihre ersten Schüsse auf dem dortigen Trainingsgelände machten, war wenig später auch Vater Maik dabei und fand ebenfalls seinen Spaß an dem besonderen Sport. “Da kann jeder mitmachen”, unterstreicht Tanja Jäger, “das ist in Essel eine lockere Gruppe. Ab zehn Jahren geht es los. Der Älteste ist bereits über 80 Jahre alt.”

Inzwischen hat Familie Jäger im heimatlichen Eickeloh in der eigenen Scheune eine Trainingsmöglichkeit geschaffen, denn in Corona-Zeiten ist das gemeinsame Üben im Verein ja untersagt. Und das Schießen in der Scheune ist auch für die Nachbarn sicherer als im Freien. Denn Pfeile, die die Zielscheibe verfehlen, bleiben in der Holzwand stecken. Das Umfeld kommt in etwa einem Hallen-Wettkampf gleich, wo auf 18 Meter geschossen wird. Das “Gold” (die 10) hat einen Durchmesser von vier Zentimetern. Die Jägers nutzen den Blankbogen, bei dem Stabilisatoren, Zielhilfen (Visiere) und Auszugsmarkierungen (Klicker) nicht erlaubt sind. Das ist also praktisch Bogenschießen pur.

Im Freien wird seit vergangenem Jahr auf 50 anstatt zuvor auf 40 Meter geschossen (Gold-Durchmesser zehn Zentimeter). “Das ist ein gewaltiger Unterschied”, weiß Maik Jäger, “denn man zielt ja in den Himmel und nicht ins Gold. Schließlich fliegt der Pfeil nicht geradeaus, sondern die Flugbahn beschreibt eine Kurve.” Normalerweise wird zweimal pro Woche in Essel trainiert. “Bei Wettkämpfen merkt man genau, wer wie oft trainieren kann”, verrät Maik Jäger. Getreu dem Motto: “Übung macht den Meister.”

Dass sie gut trainiert hatten, stellten die Jägers zum Beispiel bei der Hallen-DM 2019 des DBSV (siehe Info-Kasten oben) in Lauchhammer (Brandenburg) unter Beweis: Mirja und Birk wurden jeweils Deutsche Vizemeister der U20-Juniorinnen und U20-Junioren, Tanja Neunte der Altersklasse Ü40 und Maik 19. der Ü45.

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