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Beim SV Hodenhagen wird nun Walking-Football gespielt, und die neue Sparte sucht Interessierte für die Sportart

Fußball ohne Laufen - ein neuer Trend

Auch Fernseh-Teams haben schon den Weg nach Steimbke gefunden und über Walking Football berichtet. In dieser Mannschaft spielt auch Hans-Georg “Orchi” Brand und Hans-Heinrich Dankenbring mit, die diese neue Sportart nun bei ihrem Heimatverein SV Hodenhagen etablieren möchten. Donnerstags wird trainiert. Fotos: privat
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Auch Fernseh-Teams haben schon den Weg nach Steimbke gefunden und über Walking Football berichtet. In dieser Mannschaft spielt auch Hans-Georg “Orchi” Brand und Hans-Heinrich Dankenbring mit, die diese neue Sportart nun bei ihrem Heimatverein SV Hodenhagen etablieren möchten. Donnerstags wird trainiert. Fotos: privat
HODENHAGEN - 02. September 2020 - 15:00 UHR - VON REDAKTION

Beim SV Hodenhagen wird seit zwei Wochen die neue Sportrat Walking Football, also Gehfußball, angeboten. Immer donnerstags treffen sich “Oldies” und jüngere Semester zum gemeinsamen Kicken - aber gelaufen wird dabei nicht.

Seit zwei Wochen jagen Männer und Frauen in Hodenhagen dem Fußball in einem ganz eigenen “Tempo” hinterher. Sowas hat man in Hodenhagen noch nicht gesehen. Denn auf der Aller-Kampfbahn wurde erstmals Walking-Football, also Gehfußball, gespielt.

Die Trendsportart erfreut immer mehr Vereine in Deutschland, und der SV Hodenhagen ist dabei, der erste Verein im Heidekreis mit einer eigenen Walking-Football-Sparte zu werden. Dafür sucht der Verein noch Hobbyfußballer, die sich den Initiatoren Hans-Georg “Orchi” Brand und Hans-Heinrich Dankenbring anschließen wollen. Kennengelernt haben die beiden Freunde Gehfußball beim SV B-E Steimbke im Nienburger Nachbarkreis. Dort sind sie seit mehr als einem Jahr aktiv dabei und sind begeistert.

Initiatoren Hans-Georg Brand und Hans-Heinrich Dankenbring

Am Anfang war ich skeptisch, als Hans-Heinrich mich mal mitgenommen hat, aber jetzt macht es mir richtig Spaß. Ich freue mich jede Woche aufs Neue, wenn ich wieder zum Gehfußball gehen kann”, erklärt Brand. Gemeinsam mit dem SV B-E Steimbke waren die beiden Hobbyfußballer sogar im Fernsehen zu sehen. Der NDR und Sat.1 wurden auf die Gehfußballer aufmerksam und drehten schon TV-Berichte.

Walking Football ist jung und kommt aus England. Auf der Insel wollte man Menschen die Möglichkeit geben, ihre Leidenschaft auch im höheren Alter weiterzuverfolgen. Mittlerweile spielen mehr als 1000 englische Verein die entschleunigte Variante. Hierzulande ist Gehfußball noch nicht so populär, doch das könnte sich bald ändern. Als Vorreiter gelten da besonders der VfL Wolfsburg und der FC Schalke 04. Aber auch Bayer 04 Leverkusen und Werder Bremen messen sich mit Deutschlands Fußgänger-Fußballern.

Bestimme Regeln müssen eingehalten werden

“Ja, es sieht etwas komisch aus. Das bestreiten Dankenbring und sein Kumpel Hans-Georg Brand gar nicht. Aber Gehfußball hat Vorteile. Gehfußball zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass es körperliche Vor- und Nachteile ausgleicht. Bewegungseingeschränkte und Super-Sprinter dürfen beide nur noch gehen. Es muss immer ein Fuß der Spieler den Boden berühren. Es darf nicht gerannt oder gejoggt werden.

Kommt man in die Versuchung, weil ein Mitspieler einen Pass in den Lauf gespielt hat, dann wird sofort abgepfiffen: Freistoß. Walking Football ist zudem ein weitestgehend kontaktloser Sport. Zweikämpfe gibt es nicht so viele, wie im normalen Fußball. Bei stärkeren Kontakten wird abgepfiffen. “Natürlich pfeift der Schiedsrichter nicht jede kleine Berührung ab”, sagt Hans-Heinrich Dankenbring, “auch Gehfußball geht nicht ganz ohne Kontakt.”

Er schätzt Gehfußball aber genau deswegen. Es ist ein Sport, der nicht so ein großes Verletzungsrisiko enthält wie der normale Fußball. “Ja, es ist eigentlich ein Seniorensport”, so der 61-Jährige, der selbst von der Ausdauer her noch längst nicht in die Kategorie Ü60 gehört. Von einem Stützpunkttrainer habe er gehört, dass man diese Sportart auch gerne für Rekonvaleszenten nutze. Die Betroffenen versuchen so, ihr Ballgefühl zurückzugewinnen, ohne Angst haben zu müssen, dass sie weggegrätscht werden.

Auch Ü40-er dürfen mitspielen

Natürlich gibt es noch weitere Regelanpassungen im Vergleich zum echten Fußball, wie die Tor- oder die Feldgröße. Doch davon sollte man sich bei einem Schnuppertraining selbst überzeugen. Dazu gibt es Gelegenheit beim wöchentlichen Gehfußball-Training am Donnerstag. Anstoß ist um 19 Uhr auf dem Hodenhagener Sportplatz. Willkommen ist jeder, der trotz verringertem Tempo ordentlich ins Schwitzen kommen möchte und Spaß an einer neuen Sportart hat.

Das Geschlecht spielt dabei keine Rolle und fußballerisches Können ist zweitrangig. Gedacht ist Walking- Football für die älteren Semester, also Ü50. Man freut sich aber auch über junge “Ü40-Hüpfer”. Fragen werden gerne beim Training beantwortet oder auch im Vorfeld über die Facebook-Seite des SV Hodenhagen.

Max Brand

Walking-Football: Ein Auszug aus den Regeln

• Gespielt wird in zwei Mannschaften grundsätzlich mit je sechs Spielern.

• Das Spielfeld hat die Maße von etwa 20 mal 40 Metern. Die Tore sollten einen Meter hoch und drei Meter breit sein, es können aber auch Minitore verwendet werden.

• Walking Football wird zu jedem Zeitpunkt des Spiels gehend gespielt, Laufen untersagt.

• Es wird ohne Torwart gespielt.

• Jeder Spieler muss während der Bewegung immer einen Teil eines Fußes auf dem Boden haben. Läuft ein Spieler, so ist der gegnerischen Mannschaft ein indirekter Freistoß zuzusprechen.

• Der Ball darf maximal hüfthoch gespielt werden.

• Abseits ist aufgehoben.

• Grätschen, Tacklings, harter Körperkontakt und Kopfball sind untersagt.

• Rollt der Ball ins Tor- oder Seitenaus oder berührt er eine Bande, so ist der Ball als Eckball, Abstoß bzw. Einkick auszuführen.

• Bei Regelverstoß (Laufen, Foulspiel, Handspiel, Ballhöhe) gibt es für die gegnerische Mannschaft einen indirekten Freistoß.

• Bei Vermeidung eines Tores mit irregulären Mitteln (zum Beispiel Handspiel, grobes Foulspiel) gibt es einen direkten Freistoß von der Mittellinie auf das freie Tor. Alle Spieler stehen hierbei hinter der Mittellinie.

• Nach jedem Tor wird das Spiel durch einen Anstoß vom Mittelpunkt des Feldes fortgesetzt.

• Es gibt gelbe und rote Karten sowie Zeitstrafen, die der Spielleiter verhängen kann.

• Aus der eigenen Hälfte kann kein Tor erzielt werden.

• Die Spieler müssen/ sollten mindestens 55 Jahre alt sein.

• Der Spaß und die Bewegung stehen im Vordergrund.

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