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Einschneidende Maßnahme sorgt für kontroverse Reaktionen bei HSG Heidmark / Ex-HSG-Toptalent Lotta Heinrich wechselt zum TV Oyten

HVN schafft Handball-Pokal-Wettbewerb ab

2016 noch stolzer Sieger im niedersächsischen Pokal-Wettbewerb: Heidmarks damalige Spielerin Mona Zahn und der damalige Trainer Lutz Siemsglüß präsentieren stolz den HVN-Cup. Siemsglüß bedauert das jetzt beschlossene Aus für den Pokal. Fotos: WZ-Archiv
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2016 noch stolzer Sieger im niedersächsischen Pokal-Wettbewerb: Heidmarks damalige Spielerin Mona Zahn und der damalige Trainer Lutz Siemsglüß präsentieren stolz den HVN-Cup. Siemsglüß bedauert das jetzt beschlossene Aus für den Pokal. Fotos: WZ-Archiv
DORFMARK - 18. März 2021 - 14:00 UHR - VON HEIKO OETJEN

Der Handball-Verband Niedersachsen (HVN) schafft die Pokalwettbewerbe der Frauen und Männer mit Beginn der Saison 2020/21 komplett ab. Grund sei die schon länger mangelhafte Resonanz auf die seit einigen Jahren nur noch freiwillige Pokal-Teilnahme.

Der Handball-Verband Niedersachsen schafft mit Beginn der Spielzeit 2021/2022 die Pokal-Wettbewerbe der Frauen und Männer ab. Darauf verständigten sich jetzt die Mitglieder des Erweiterten Präsidiums während einer Online-Tagung. Ganz unterschiedliche Reaktionen zeigte die HSG Heidmark nach dieser einschneidenden Bekanntgabe. Im Bereich der HSG-Frauen, die auf eine große Pokal-Tradition zurückblicken, stößt das Aus auf Bedauern, während im Herren-Bereich Trainer Bernd Schors die Entscheidung sogar begrüßt.

Mangelnde Resonanz der Vereine

Das Erweiterte Präsidium des Handball-Verbands Niedersachsen (HVN) folgte mit der Bekanntgabe des Aus für den Pokal-Wettbewerb einer Empfehlung des Präsidiums. In einer Pressemitteilung erklärte der HVN-Vizepräsident Spieltechnik Jens Schoof: “Durch die Abschaffung der Pflichtteilnahme am Pokal ist die Resonanz sehr gering geworden. Nur durch die Teilnahme der Mannschaften aus der Landesklasse Weser-Ems konnte der Pokalwettbewerb noch einigermaßen sinnvoll durchgeführt werden.”Durch die Abschaffung der Landesklassen mit Beendigung der Saison 2021/2022 würden diese Vereine bei der möglichen Meldung wegfallen und die Anzahl der möglichen Teilnehmer weiter sinken.

Siemsglüß bedauert Pokal-Aus

Höchst kontroverse Emotionen löste dieser bevorstehende Einschnitt im Spielbetrieb bei der HSG Heidmark aus. “Das war wohl immer schon mal in der Diskussion”, erklärte Heidmarks früherer langjähriger Frauen-Trainer und aktueller A-Jugendtrainer Lutz Siemsglüß dazu, “ich bedaure das, weil ich den Pokal immer als eine gute Vorbereitung auf die Punktspiele gesehen habe, da die erste Runde meist vor der Saison stattfand und die weiteren Runden in einer Zeit, wo nicht viel los war.” Mit dieser Form von “freiwilliger Pflicht” seien für jede Mannschaft Spiele besser als Training, “deswegen fand ich den Pokal ganz gut.” Unter der Regie des Heidmarker Urgesteins hatten Heidmarks Frauen den niedersächsischen Pokal 2016 sogar gewonnen und damit ein besonderes Highlight in der Vereinsgeschichte gefeiert. Gleichzeitig qualifizierten sie sich damit sogar für den DHB-Pokal gegen den damaligen Drittligisten und anschließenden 2.Liga-Aufsteiger Reinickendorfer Füchse, was so als Pokal-Auftritt auf nationaler Ebene ebenfalls ein ganz besonderes sportliches Erlebnis blieb.

Heidmarks Frauen schreiben Pokal-Geschichte

Insgesamt haben Heidmarks Frauen in den vergangenen fünf Jahren sogar zweimal das Final-Four auf niedersächsischer Ebene erreicht und dieses dann auch noch jeweils in eigener Halle ausgerichtet. Zuletzt sogar noch im Oktober vergangenen Jahres, wo es am Ende in der Thormarcon-Arena wegen der Corona-Beschränkungen ohne Zuschauer allerdings nur einen etwas enttäuschenden vierten Platz und damit auch das Verfehlen der erneuten Qualifikation für den DHB-Pokal gab. Im Nachhinein haben Heidmarks Frauen aber auch damit einen historischen Moment erlebt, denn das damals in Dorfmark ausgetragene Final-Four bleibt nun auch das zugleich letzte überhaupt ausgetragene Frauen-Pokalspiel auf niedersächsischer Ebene mit der nun durch den HVN beschlossenen Abschaffung des Pokalwettbewerbs.

So bedauert Heidmarks aktueller Frauen-Trainer Thorsten Lippert die nun vollzogene Abschaffung des Pokals ebenso wie sein Vorgänger Lutz Siemsglüß: “Ich persönlich finde es schade, weil der Pokal immer eine gute Möglichkeit war, schon in der Saisonvorbereitung zu sehen, wo man steht und um auch hinterher im Spielfluss zu bleiben. Aber man muss natürlich sehen, ob die Mannschaften auch bereit sind, dafür zusätzliche Termine an den Wochenenden in Kauf zu nehmen.”

HSG-Herren-Trainer Schors begrüßt Pokal-Abschaffung

Gerade diesen Wegfall zusätzlicher Termine begrüßt Heidmarks Verbandsliga-Herren-Trainer Bernd Schors und spricht sich damit auch für das endgültige Aus des Pokalwettbewerbs aus. Zumal es bei den Herren im HVN-Pokal schon länger praktisch keine Chance mehr gegeben habe auf eine mögliche Qualifikation für den DHB-Pokal, was den sportlichen Reiz gerade für tieferklassige Vereine weiter gedämpft habe. “Der DHB will ja nicht mehr, dass unterklassige Mannschaften gegen Bundesligisten spielen, daher wurde die Möglichkeit zur DHB-Pokal-Qualifikation bei den Männern abgeschafft”, kritisiert Heidmarks Trainer die damit gesunkene Attraktivität. “Früher war das noch interessanter, als man als Oberligist auch noch gegen einen Bundesligisten spielen konnte. Zuletzt waren das nur noch zusätzliche Termine, wo keiner mehr so richtig spielen wollte, daher finde ich die Absage gut.”

Am Rande der wegen der Coronakrise insgesamt abgebrochenen aktuellen Handball-Saison 2020/21 ist jetzt der Wechsel eines früheren Heidmarker Toptalentes bekannt geworden. So wechselt die aus Dorfmark stammende Lotta Heinrich, zuletzt fünf Jahre für den SV Werder Bremen in der 2. Bundesliga aktiv und davor beim Buxtehuder SV, zur Saison 2021/22 zum Drittligisten TV Oyten.

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