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Uraltes Gliedertierchen guckte wie eine Biene

 
          Forscher haben an einem 429 Millionen alten Gliedertierchen (undatierte Aufnahme eines Fossils) erstaunliche Parallelen zu heutigen Insekten entdeckt. Foto: Brigitte Schoenemann/Springer Nature/dpa
Forscher haben an einem 429 Millionen alten Gliedertierchen (undatierte Aufnahme eines Fossils) erstaunliche Parallelen zu heutigen Insekten entdeckt. Foto: Brigitte Schoenemann/Springer Nature/dpa
13. August 2020 - 17:07 UHR

Köln (dpa) - Forscher haben an einem 429 Millionen alten Gliedertierchen erstaunliche Parallelen zu heutigen Insekten entdeckt.

Konkret geht es um die Augen eines sogenannten Trilobiten, einer ausgestorbenen Art, die als Fossil 1846 in Tschechien entdeckt wurde. Die interne Struktur seines Sehapparats war fast identisch mit jener, die man noch heute bei Bienen und anderen Insekten findet, wie die Forscher im Fachmagazin «Scientific Reports» berichten. «Das System, mit dem das Auge des Trilobiten arbeitete, war schon sehr ausgefeilt. Das ist das Atemberaubende. Es hat sich deswegen bis heute erhalten», erläuterte die beteiligte Zoologin Brigitte Schoenemann von der Universität Köln der Deutschen Presse-Agentur.

Die Untersuchung legt nahe, dass die Prinzipien, nach denen die meisten tagaktiven Insekten und Krebstiere noch heute sehen, mehrere Hundert Millionen Jahre alt sind. Trilobiten sind ausgestorbene Gliedertiere, die mit heutigen Spinnentieren, Krebsen und Insekten verwandt sind. «Sie haben tolle Facettenaugen, die sich von unseren Augen unterscheiden», sagte Schoenemann. «Wir haben eine Linse, mit der wir das Bild sehen. Bei den Facettenaugen ist das anders. Hier wird mosaikartig durch manchmal Hunderte von Linsen gesehen.»

Das kleine Kerlchen lebte vermutlich am Boden und im seichten Gewässer. Seine Augen hatten schon eine relativ gute Auflösung und waren wohl dafür zuständig, rechtzeitig Räuber zu erspähen - zum Beispiel Cephalopoden, tintenfischartige Tiere. Untersucht wurde das Fossil mit Hilfe von digitaler Lichtmikroskopie. Die Forscher hatten etwas Glück, da ein versteinertes Auge des Tierchens aufgeplatzt war und man direkt hineinschauen konnte.

Zoologin Schoenemann spricht rückblickend von einer faszinierenden Erfahrung. «Der kleine Trilobit ist besonders hübsch, er hat sehr deutliche Augen. Deswegen habe ich ihn mir angeguckt. Es hat mich fast umgehauen vor Faszination, weil man das System so gut erhalten sehen konnte.»

© dpa-infocom, dpa:200813-99-150895/3

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